Sonntag, 18. November 2007

Süddeutsche will Financial Times kaufen

Laut eines Medienberichts des Nachrichtenmagazins Der Spiegel hat der Süddeutsche Verlag (SV) erhebliches Interesse an der zum Verkauf stehenden Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland. Laut Spiegel kündigte Geschäftsführer Klaus Josef Lutz an, der Verlag könnte nach einer Prüfung der Bilanzen einen 50-prozentigen Anteil an der FTD übernehmen. Die Meldung über das Interesse kommt dennoch überraschend, da Anteile des Süddeutsche Verlags selbst zum Verkauf stehen. Den verkaufsbereiten Gesellschafterfamilien Goldschagg, Schwingenstein, Dürrmeier und von Seidlein gehören 62,5 Prozent des Zeitungskonzerns. Zu den Finalisten gehören der Zeitungskonzern DuMont Schauberg (u.a. Frankfurter Rundschau), die WAZ-Gruppe, ein Medienkonzern aus dem Ruhrgebiet, der in Nordrhein-Westfalen und Thüringen stark vertreten ist, und die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck (u.a. Handelsblatt, Die Zeit). Ob ein Interessent am Ende überhaupt zum Zug kommt, entscheidet die Südwestdeutsche Medien Holding (SWMH). Die Zeitungsgruppe, die mit 18,5 Prozent am Süddeutschen Verlag beteiligt ist, hält ein Vorkaufsrecht. Laut Medienberichten ist dieses Vorkaufsrecht den verkaufswilligen Gesellschafterfamilien dennoch ein Dorn im Auge, da sie einen zu großen Einfluss der SWMH befürchten, der vor allem kleineren Regionalzeitungen, die dem SV gehören, schaden könnte.

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